Handschellen aus dem Baumarkt — und was nach zehn Jahren übrig blieb
Ich bin Schlosserin, und ich mag Metall lieber als Seil. Das ist in dieser Szene eine Minderheitenmeinung, deshalb schreibe ich mal auf, was ich in zehn Jahren gelernt habe. Nicht als Anleitung, eher als Liste der Dinge, die ich falsch gekauft habe.
Was weg kann:
Die erste Sache waren verchromte Handschellen für neun Euro. Die haben keine Sperre gegen Nachziehen. Wenn man sich darin bewegt, ziehen sie sich Zahn um Zahn enger, und irgendwann ist das kein Spiel mehr, sondern ein Problem mit den Handgelenken. Das merkt man nicht sofort, sondern am nächsten Tag an der tauben Stelle im Daumen.
Danach kamen Fußfesseln mit Kette, bei denen der Schließzylinder aus Zinkdruckguss war. Der ist beim dritten Mal abgebrochen — im geschlossenen Zustand. Wir haben eine Dreiviertelstunde gebraucht, und ich möchte über die Stimmung in dieser Dreiviertelstunde nicht reden.
Was geblieben ist:
Schellen mit doppelter Sperre und Stahlbügel, keine Ketten sondern feste Glieder, und alles mit dem gleichen Schlüsselprofil. Ein einziger Schlüsseltyp für alles ist der wichtigste Punkt überhaupt — man sucht sonst im falschen Moment.
Und drei Regeln, über die ich nicht diskutiere: Zweitschlüssel liegt im Raum, sichtbar. Ein Bolzenschneider ebenfalls, auch wenn er nie gebraucht wurde. Und niemand geht raus, solange etwas zu ist — auch nicht kurz in die Küche.
Was mich interessiert: Benutzt hier sonst noch jemand überwiegend Metall? Ich habe das Gefühl, alle reden über Seil, und mir fehlen Leute, die über Passform reden.
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